Eine zentrale Quelle für Ihre Ahnenforschung - die Hamburger Passagierlisten von 1850-1934
Interessante Links
www.ancestry.de
Umfangreiches Familienforschungsportal mit den Hamburger Passagierlisten
Staatsarchiv Hamburg
Die offizielle Website des Staatsarchivs Hamburg
www.ballinstadt.de
Die offizielle Website der Auswandererwelt BallinStadt auf der Vedell in Hamburg
abenteuer-ahnenforschung.de
Ein Weblog zum Thema Ahnenforschung
www.routes.de/
Bietet Forschung und Reisen zum Thema Auswanderung in die USA an
www.auswanderer-bw.de
Die offizielle Website des Landesarchivs Baden-Würtemberg über Auswanderung über Südwestdeutschland
www.ellisisland.org/
Die Website des Einwandererhafens in New York, USA
Auf nach Amerika! Der Traum von einem besseren Leben trieb Ende des 19. Jahrhunderts Millionen Europäer an, die gro�e Fahrt übers Wasser zu wagen. Auch wenn Armut und Hunger enorme Antriebskräfte sind: Es gehörte damals viel Mut und Abenteuergeist dazu, sich auf eines der unkomfortablen Auswanderungsschiffe zu begeben und für den Neustart um die halbe Welt zu reisen. Im Jahr 1885 betrug die durchschnittliche Reisedauer in die USA 14 Tage. Rund fünf Millionen Auswanderungswillige packten die Herausforderung nachweisbar an: Sie legten im Zeitraum von 1850 bis 1934 vom Hamburger Hafen ab in die neue Welt. Allein im Jahr 1913 waren es fast 200.000 Auswanderer bzw. Emigranten.
Unter anderen mit an Bord: Josef Kamp, 30 Jahre jung, von Beruf Schneider. Der frischgebackene Emigrant aus dem westfälischen Büren schiffte sich im August 1893 auf der Columbia von Hamburg nach Amerika ein. Das tapfere Schneiderlein hätte es sich damals sicher nicht träumen lassen, dass sein amerikanischer Familiennachwuchs so berühmt wird. Doch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist (fast) alles drin. Josef Kamps Nachfahrin ist Hollywood-Star Angelina Jolie! Das würde den Urgro�vater sicher freuen. Warum wir diese Familiengeschichte heute noch nach verfolgen können: Kamp wurde - genau wie alle anderen Europäer, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts über Hamburg gen Westen aufbrachen - in eine der typisch-detaillierten Passagier- und Abfahrtslisten der auslaufenden Schiffe aufgenommen. Registriert wurden damals unter anderem auch Geburtsort, Wohnort und Beruf der Emigranten, wichtige Informationen für jeden Familienforscher bzw. Genealogen.
Die Datenbank der Hamburger Passagierlisten erschlie�t Passagierlisten von Schiffen, die von 1850 bis 1934 von Hamburg abgefahren sind (mit einer Lücke während des Ersten Weltkrieges von 1915 bis 1919). Sie besteht aus Abbildungen der Original-Passagierlisten, hier erstmals im Internet zugänglich, die in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Hamburg von den dort vorhandenen Mikrofilmen digitalisiert worden sind.
Die meisten der Listen verzeichnen die letzten Wohnorte und häufig auch die Geburtsorte der Passagiere. Sie sind damit eine überaus wertvolle Quelle für die Familienforschung und Ahnenforschung. Vielleicht befindet sich auch einer Ihrer Ahnen in den Hamburger Passagierlisten?
Die Datenbank enthält in der Regel unter anderem folgende Informationen:
- Name und Vorname des Passagiers
- Geschlecht
- Alter
- Geburtsdatum (oder geschätztes Geburtsjahr)
- Geburtsort
- Beruf
- Letzter Wohnort
- Staatsangehörigkeit
- Familienstand
- Verwandtschaftsverhältnis zu Mitreisenden
- Religion
- Militärdienst
- Ziel der Reise
- Abfahrtsort
- Abreisedatum
- Schiffsziel
- Schifffahrtsgesellschaft
- Schiffstyp
- Unterbringung
- Name des Schiffes
- Flagge, unter der das Schiff fuhr
- Quelleninformationen ( Seite, Zeile, Mikrofilmrolle und Seriennummern)
Hintergrundinformationen zu den Hamburger Passagierlisten
Wichtige historische Ereignisse:
| 1861-1865 | Amerikanischer Bürgerkrieg |
| 1870/1871 | Deutsch-Französischer Krieg |
| 1873 | Deutsche Wirtschaftsrezession |
| 1880 | Kommerzielle Dampfschifffahrt und Ausbau der Bahnlinien |
| 1881 | Pogrome in Europa |
| 1901 | Auswandererhallen in Hamburg (heute: Ballinstadt) |
| 1914-1918 | Erster Weltkrieg |
Hunger, Armut, Kriege und Angst vor politischer und religiöser Verfolgung trieben Millionen von Menschen zur Auswanderung. Sie nahmen ungeheure Strapazen auf sich und waren oft monatelang unterwegs:
Mehr als 5 Millionen deutsche und osteuropäische Auswanderer, für die der Hafen Hamburg in den Jahren 1836 bis 1934 das Tor zu einer neuen Welt werden sollte. Vor ihnen lag eine ungewisse Zukunft in einem Land, dessen Sprache sie nicht beherrschten, dass ihnen jedoch die Freiheit versprach.
Zwischen 1846 und 1857 wandern über eine Million Deutsche in die USA aus. Es sind vor allem Süddeutsche aus kleinbäuerlichen Verhältnissen, später auch Landarbeiter aus Ostdeutschland. Wachsende Arbeitslosigkeit, aber auch Unzufriedenheit mit den sozialen und politischen Verhältnissen treibt sie dazu, die Koffer zu packen und ihre Heimat zu verlassen.
Nicht alle Auswanderer fanden ihr Glück in den neuen Ländern und kamen wieder zurück, wie folgende Statistik (noch vor der Weltwirtschaftskrise) zeigt:
Angesichts der Weltwirtschaftskrise ab 1929 kamen noch mehr Auswanderer wieder nach Deutschland zurück, da sich ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben in Amerika nicht erfüllen.
Zielgebiete der Auswanderer
Der grö�te Teil der Auswanderer brach in die Vereinigten Staaten von Amerika auf. Aber auch Kanada und Südamerika waren Ziele der Auswanderer.
Herkunftsland der Auswanderer
Mehr als ein Drittel der Auswanderer über Hamburg stammten aus Deutschland, ein gro�er Anteil der Auswanderer kam insbesondere in der Zeit von 1880 bis 1914 aus Osteuropa. Darunter sind ca. 1,2 Millionen Menschen aus Russland, aus �sterreich-Ungarn, aus Rumänien und anderen Ländern Südosteuropas. Zudem verzeichnet die Datenbank etwa 750 000 jüdische Auswanderer und Flüchtlinge aus Russland, die in dieser Zeit über Hamburg in die USA gereist sind.
Die Ã?berfahrt
| Jahr | Gesamtzahl der Schiffe | Durchschnittl. Anzahl der Schiffe pro Tag |
|---|---|---|
| 1930 | 2142 | 6 |
| 1891 | 1088 | 3 |
Durchschnittl. Reisedauer 1885
| USA | Brasilien | Uruguay | Peru | Australien |
|---|---|---|---|---|
| 14 Tage 20 Stunden (n. New York) |
22 Tage (n. Bahia) |
30 Tage 23 Stunden (n. Montevideo) |
62 Tage (n. Callao) |
50 Tage 5 Stunden (London n. Port Adelaide) |
1907 kostete die Fahrt Deutschland - New York in der 1. Klasse 200 - 280 Mark,
in der zweiten Klasse 190 - 210 Mark,
in der 3. Klasse 160 - 200 Mark,
im Zwischendeck 130 - 160 Mark (Winter billiger als Sommer);
Zum Vergleich: Ein Zimmerer in Altona verdiente zu dieser Zeit rd. 6 Mark / Tag
Die Löhne in Osteuropa waren natürlich um ein vielfaches geringer. Häufig wanderte deshalb zunächst nur der Vater aus, der dann oft jahrelang in den USA arbeitete, um "Prepaids" für die Familie zusammenzusparen. Auch deutsche Auswanderer mussten in der Regel lange sparen und vor allem alles verkaufen, was sie hatten. Oft machten sie noch bei Gutsherren, Geschäftsleuten, Nachbarn oder Verwandten Schulden, um die Fahrt bezahlen zu können.
Niemand verlässt gern sein Zuhause. Die Verhältnisse in der Heimat müssen sehr drückend sein, dass Menschen die Strapazen und die Gefahren einer oft monatelangen Reise auf sich nehmen. Nicht nur die �berfahrt war Teil der Reise, auch der Weg nach Hamburg war beschwerlich.
Im Zeitalter der Segelschiffe (vor allem vor 1870) herrschen an Bord oft katastrophale Zustände. Auswanderer steckt man in das enge und dunkle Zwischendeck, das meist nur 1,80 m hoch ist. Häufig werden mehr Passagiere als erlaubt untergebracht, der Proviant ist schlecht und nicht ausreichend, die Behandlung entwürdigend.
Parallel zur Durchsetzung der Dampfschifffahrt verbessert sich seit 1870 die Situation der Auswanderer. Die Zwischendeckunterkünfte sind immer noch beengt, aber die hygienischen Verhältnisse sind nicht mehr so katastrophal wie auf den Segelschiffen.







